Wie du eine Entscheidung triffst, die sich für dich richtig anfühlt
Kaum eine Entscheidung ist für stillende Mütter so schwer wie diese.
Nicht, weil sie „groß“ sein müsste – sondern weil sie emotional aufgeladen ist wie kaum eine andere.
Soll ich abstillen?
Oder weitermachen?
Halte ich das noch aus?
Gebe ich zu früh auf?
Zwischen diesen Fragen stehen viele Mütter – erschöpft, unsicher und mit dem Gefühl, egal wie sie sich entscheiden, es ist irgendwie falsch.
Warum diese Entscheidung so belastend ist
Stillen ist nicht nur Ernährung.
Es ist Identität, Erwartung, Ideal, Bindung, Verantwortung.
Deshalb fühlt sich die Frage nach dem Abstillen oft nicht an wie eine praktische Entscheidung, sondern wie ein innerer Konflikt:
- zwischen eigenen Grenzen und äußeren Erwartungen
- zwischen Wunsch und Realität
- zwischen „ich kann nicht mehr“ und „ich wollte das doch“
Was dabei häufig fehlt, ist eines: Erlaubnis zur ehrlichen Abwägung.
Abstillen ist kein Scheitern – und Weitermachen kein Beweis
Unsere Gesellschaft sendet widersprüchliche Botschaften:
- Stillen ist das Beste – aber bitte unkompliziert
- Halte durch – aber bitte nicht zu lange
- Hör auf dein Gefühl – aber mach es richtig
In diesem Spannungsfeld verlieren viele Mütter den Kontakt zu sich selbst.
Wichtig ist:
👉 Weiterstillen macht dich nicht stärker.
👉 Abstillen macht dich nicht schwächer.
Beides sind Entscheidungen – keine Bewertungen.
Die entscheidende Frage lautet nicht „Was sollte ich tun?“
Die entscheidende Frage ist:
👉 Warum fühlt sich Stillen (oder Nicht-Stillen) gerade so an?
Denn oft liegt das Problem nicht im Stillen selbst, sondern in:
- Schmerzen
- fehlender Unterstützung
- Erschöpfung
- Unsicherheit
- ungelösten Stillproblemen
Viele Mütter wollen nicht aufhören zu stillen – sie wollen, dass es aufhört, so schwer zu sein.
Warum vorschnelles Abstillen manchmal bereut wird
Ich erlebe immer wieder Mütter, die sagen:
„Wenn ich früher gewusst hätte, dass es dafür eine Lösung gibt …“
Nicht, weil Abstillen falsch war.
Sondern weil es aus einem Zustand von Überforderung heraus passiert ist – nicht aus Klarheit.
Eine Entscheidung fühlt sich dann stimmig an, wenn sie:
- informiert ist
- frei von Druck getroffen wird
- nicht aus Schmerz oder Angst entsteht
- und Raum für Gefühle lässt
Was eine Stillberatung in dieser Phase leisten kann
Eine professionelle Stillberatung hat nicht das Ziel, dich vom Abstillen abzuhalten.
Und auch nicht, dich zum Weitermachen zu überreden.
Sie hilft dir dabei:
- deine Situation realistisch einzuordnen
- Ursachen von Belastung zu erkennen
- Optionen zu verstehen (Stillen verändern, kombinieren, beenden)
- eine Entscheidung zu treffen, hinter der du stehen kannst
Manchmal bedeutet das: Stillen wird wieder leichter – und du möchtest bleiben.
Manchmal bedeutet es: Du stillst ab – aber ohne Schuldgefühl.
Beides ist richtig, wenn es deine Entscheidung ist.
Du darfst deine Grenzen ernst nehmen
Liebe zeigt sich nicht in Selbstaufgabe.
Bindung entsteht nicht durch Aushalten.
Und eine gute Mutter erkennst du nicht daran, wie lange sie stillt.
Du darfst fragen:
- Was brauche ich, um präsent zu sein?
- Was tut uns gut?
- Was fühlt sich langfristig tragbar an?
Diese Fragen sind kein Egoismus.
Sie sind Fürsorge.
Es gibt kein richtiges Ende – nur ein stimmiges
Ob du weiterstillst oder abstillst:
Dein Weg darf sich gut anfühlen.
Nicht perfekt. Nicht ideal. Sondern ehrlich.
Manchmal ist die wertvollste Unterstützung nicht die Antwort –
sondern jemand, der dir hilft, deine eigene zu finden.
🤍 Du musst dich nicht rechtfertigen.
🤍 Du darfst Hilfe annehmen, bevor du entscheidest.
🤍 Und egal wie dein Weg aussieht: Er darf deiner sein.


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