Nicht jede Stillgeschichte beginnt leise, innig und selbstverständlich.

Manche beginnen mit Schmerzen.

Mit Tränen.

Mit Zufüttern.

Mit dem Gefühl, schon am Anfang gescheitert zu sein.

Und genau diese Mütter tragen oft eine besonders schwere Last:

„Jetzt ist es sowieso zu spät.“

Doch das ist es in den allermeisten Fällen nicht.

Der perfekte Stillstart ist kein Maßstab

Geburtsberichte, Social Media und gut gemeinte Erzählungen vermitteln oft ein klares Bild:

Bonding, erstes Anlegen, alles fließt.

Die Realität sieht für viele Familien anders aus:

  • Kaiserschnitt oder schwere Geburt
  • frühe Trennung
  • medizinische Interventionen
  • Schmerzen beim Stillen
  • Unsicherheit, Angst, Überforderung

All das sagt nichts über deine Fähigkeit aus zu stillen.

Es sagt nur, dass der Start unter erschwerten Bedingungen stattgefunden hat.

Zufüttern bedeutet nicht das Ende des Stillens

Viele Mütter glauben, dass Stillen „verloren“ ist, sobald ein Fläschchen im Spiel war.

Diese Angst ist tief verankert – und meist unbegründet.

Zufüttern kann aus vielen Gründen notwendig oder entlastend sein.

Problematisch wird es erst, wenn es ungeplant, ungeklärt und dauerhaft passiert.

Mit der richtigen Begleitung lässt sich oft:

  • die Milchbildung stabilisieren
  • das Stillen wieder in den Vordergrund holen
  • Stillen und Zufüttern sinnvoll kombinieren
  • Druck aus dem System nehmen

Stillen ist kein Entweder-oder.

Es ist ein Prozess.

Dein Körper lernt – auch später noch

Milchbildung ist anpassungsfähig.

Bindung ist dynamisch.

Babys entwickeln sich.

Das bedeutet:

Auch Wochen oder Monate nach der Geburt können sich Stillbeziehungen verändern – zum Guten.

Ich erlebe immer wieder Mütter, die überrascht sagen:

„Ich hätte nie gedacht, dass sich das noch drehen lässt.“

Doch genau das passiert, wenn Ursachen erkannt und nicht nur Symptome verwaltet werden.

Schuldgefühle blockieren Lösungen

Ein schwieriger Stillstart geht fast immer mit Schuldgefühlen einher:

  • „Ich habe zu früh aufgegeben.“
  • „Ich habe mein Baby verwirrt.“
  • „Andere schaffen das doch auch.“

Diese Gedanken sind verständlich – aber sie helfen nicht.

Was hilft, ist ein Perspektivwechsel:

👉 Du hast in einer herausfordernden Situation Entscheidungen getroffen, um dein Baby zu versorgen.

👉 Das war Fürsorge – kein Versagen.

Warum gezielte Unterstützung jetzt entscheidend ist

Je länger Unsicherheit anhält, desto schwieriger wird es, Veränderungen anzugehen – nicht körperlich, sondern emotional.

Eine professionelle Stillberatung setzt genau hier an:

  • Sie sortiert, was bisher passiert ist
  • Sie bewertet nicht, sondern analysiert
  • Sie zeigt realistische Wege auf
  • Sie passt Lösungen an euren Alltag an

Nicht mit dem Ziel, ein Ideal zu erreichen.

Sondern mit dem Ziel, dass es für euch funktioniert.

Stillen darf sich entwickeln

Manche Stillgeschichten beginnen holprig und werden ruhig.

Andere brauchen Umwege.

Wieder andere finden ihre eigene Form.

Stillen ist kein einmaliger Moment – es ist Beziehung in Bewegung.

Wenn du das Gefühl hast, dass euer Start nicht das war, was du dir gewünscht hast, dann darfst du wissen:

👉 Es ist nicht vorbei.

👉 Es ist nicht „kaputt“.

👉 Und du bist nicht zu spät.

Du darfst neu ansetzen

Nicht jede Mutter braucht einen Neustart.

Aber jede Mutter darf ihn sich erlauben.

Mit Klarheit statt Schuld.

Mit Wissen statt Druck.

Mit Begleitung statt Alleingang.

🤍 Ein schwieriger Start definiert nicht eure Stillgeschichte.

🤍 Stillen darf wachsen – auch nach Stolpern.

🤍 Und manchmal beginnt Vertrauen genau dort, wo Hoffnung fast verloren schien.


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